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Blackout: Kein Strom, kein Plan?

Das Beinahe-Blackout in Europa am 8. Jänner hat auch in Österreich von der Politik über die Wirtschaft bis in die Privathaushalte für einiges an Beunruhigung gesorgt. Eine aktuelle Umfrage deckt deutliche Defizite in der Vorbereitung der Haushalte auf einen längeren Zusammenbruch der Stromversorgung auf.
© Pixabay

Ein vergleichsweise kleiner Anlass – diesfalls der Ausfall eines Umspannwerks in Kroatien – hätte um ein Haar den Zusammenbruch großer Teile des europäischen Stromnetzes bedeutet. Lediglich die automatischen, in Sekundenbruchteilen ansprechenden Notsysteme sowie entsprechende grenzübergreifende Abkommen und Vorgehensweisen haben einen großflächigen Blackout verhindert. Noch. Eine Garantie, dass es nicht doch so weit kommt, gibt es nicht.

Das Umfrageinstitut Marketagent.com hat Österreicherinnen und Österreicher befragt, wie gut sie auf einen Blackout vorbereitet sind. Und zwar nicht auf ein paar romantische Stunden bei Kerzenschein, sondern Tage oder gar Wochen. Während praktisch jeder Haushalt über ausreichend Hausapotheke, Hygieneartikel und alternative Beleuchtung wie Taschenlampen verfügt, sieht es bei anderen Notwendigkeiten schon eher trist aus. So haben nur rund die Hälfte aller Haushalte ausreichend haltbare Lebensmittel und Trinkwasser für zwei Wochen eingelagert, detto Bargeld. Auch die Möglichkeit, ohne Strom zu kochen oder zu heizen, ist in nur bei 50% der Bevölkerung möglich. Richtig unabhängig, also mit eigener unabhängiger Stromversorgung ausgestattet, sind in Österreich nur 17% der Haushalte.

Nicht unmittelbar bedrohlich also, aber doch zum Nachdenken anregend. Denn man darf nicht vergessen, dass die aktuellen Ergebnisse durch die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie durchaus positiv beeinflusst wurden. Die Lockdowns und entsprechenden Engpässe haben die durchschnittliche Bevorratung in Österreichs Abstellräumen und Kellern nachweislich aufgestockt. In Jahren ohne Pandemie sähe die Situation punkto Eigenversorgung deutlich schlechter aus.

Auch wenn wir von Prepper-Bewegungen wie in den USA oder einer Katastrophen-Vision à la Marc Elsbergs Bestseller „Blackout“ weit entfernt sind, gibt es eine positive Bilanz aus den kombinierten Ereignissen: Politik und Energieversorger haben die Fragilität der europäischen Stromversorgung erkannt und starten dringend nötige Verbesserungen. Und die mittlerweile Corona-erprobte Bevölkerung ist wesentlich sensibler auf mögliche Bedrohungsszenarien geworden und hat ein geschärftes Bewusstsein für autonome Versorgung entwickelt.

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