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Bestellung neuer ORF-Stiftungsräte gestartet

Land Tirol entsendet Stefan Kröll ins Gremium.
ORF

Erste Namen für den neuen Stiftungsrat fallen

Er wird Nachfolger von Josef Resch. Die Entsendung des Geschäftsführers der Innsbrucker PR-Agentur ProMedia läutet den Neubestellungsreigen für das oberste ORF-Gremium ein. Bis zur konstituierenden Sitzung am 19. Mai müssen noch 34 weitere Räte entweder erneut entsandt oder neu bestellt werden.

Kröll studierte Publizistik und Politikwissenschaften und arbeitete anschließend als Journalist für verschiedene Medien wie die Tiroler Tageszeitung oder auch den Falter. Später zog es ihn in die PR, wo er Leiter des Bereichs Medienkommunikation und als Pressesprecher der Tirol Werbung tätig war. Mittlerweile leitet er die Geschäfte der Agentur ProMedia. Auch ist er Mitgründer des Europäischen Mediengipfels in Lech und wird nun ab Mai für vier Jahre im ORF-Stiftungsrat Platz nehmen.

Die weisungsfreien, ehrenamtlichen Mitglieder des Gremiums werden von Bundesregierung (9), Parlamentsparteien (6), Bundesländern (9), ORF-Publikumsrat (6) und Zentralbetriebsrat (5) beschickt und sind – abgesehen von wenigen Ausnahmen – in parteipolitischen „Freundeskreisen“ organisiert, wobei jener der ÖVP mit ihm nahestehenden unabhängigen Räten auf eine Mehrheit kommt. Das dürfte voraussichtlich auch so bleiben. Der blaue „Freundeskreis“ dürfte dagegen schrumpfen, während jener der Grünen wohl wächst.

Das rührt daher, dass der ORF-Publikumsrat sich Anfang Mai neu konstituiert und sechs Personen in den Stiftungsrat entsendet. Unter der ÖVP-FPÖ-Regierung kamen vor vier Jahren dadurch drei Personen für den ÖVP- und drei für den FPÖ-„Freundeskreis“ ins oberste ORF-Gremium. Kolportiert wird nun, dass letztere wohl abgelöst werden, da das Verhältnis von drei zu drei auch unter der türkis-grünen Bundesregierung beibehalten werde. Das Bundeskanzleramt entsendet auf Vorschlag repräsentativer Einrichtungen und Organisationen 17 Publikumsräte und damit die Mehrheit in das Gremium.

In der konstituierenden Stiftungsratssitzung wird auch ein neuer Vorsitzender gewählt. Ein „Sideletter“ der türkis-grünen Bundesregierung sieht ein Vorschlagsrecht der Grünen für den Stiftungsratsvorsitz vor. Dadurch wurde die Vermutung befeuert, dass Lothar Lockl, Leiter des grünen „Freundeskreises“, auf den derzeitigen Vorsitzenden, Norbert Steger, folgen könnte. Lockl hielt sich zuletzt noch bedeckt, ob er dafür zur Wahl steht. Die FPÖ meldete jüngst Bedenken an.

 

apa

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