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Berlusconis Mediaset stockt auf

Die Beteiligung bei ProSieben wird durch die Holding von Berlusconi Junior erhöht.
© Credit: ProSiebenSat.1

Der italienische Fernsehkonzern Mediaset verstärkt seinen Zugriff auf ProSiebenSat.1. Die vom Sohn des ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi, Pier Silvio, geführte Holding stockt ihre Beteiligung an der Sendergruppe um ProSieben, Sat.1 und Kabel 1 auf 15,1 von bisher 9,6 Prozent auf, wie sie am Montagabend mitteilte.

Die Tochter Mediaset Espana habe sich weitere 5,5 Prozent gesichert. Das Mediaset-Paket hat damit einen Wert von fast 500 Millionen Euro. „ProSiebenSat.1 hat erhebliches Wachstumspotenzial und Mediaset freut sich, seine Position als Großaktionär weiter stärken zu können“, hieß es in der Mitteilung. Die Aufstockung sei für Mediaset ein „Meilenstein für seine paneuropäische Portfolio-Strategie“.

Den Italienern schwebt ein paneuropäischer Fernsehkonzern vor, um den Internetriesen Netflix und Amazon und deren Streamingangeboten Paroli bieten zu können. Bereits im Juni hatte Mediaset eine niederländische Holding mit dem Namen Mediaforeurope gegründet, in der auch der ProSiebenSat.1-Anteil geparkt wurde. ProSiebenSat.1 gab sich in einer ersten Reaktion reserviert: „Wie sehen alle Investments einschließlich Mediaset als Bestätigung unserer Strategie“, sagte eine Sprecherin. Das Unternehmen aus Unterföhring bei München hat mit „Joyn“ eine eigene Video-Plattform gegründet und sucht dafür Partner.

Mediaset will mit der Aufstockung laut Unternehmenskreisen ProSiebenSat.1 zu Gesprächen zwingen, die es seit dem Einstieg im Frühjahr nicht gegeben habe. „Jetzt wird man miteinander sprechen müssen“, sagte ein Insider. Mit der Beteiligung könnte Mediaset auch einen Sitz im Aufsichtsrat fordern. Zuletzt hatte bei ProSiebenSat.1 der Einstieg von Czech Media Invest mit gut vier Prozent für Aufsehen gesorgt. Dahinter stecken die beiden Investoren Daniel Kretinsky und Patrik Tkac, die auch beim Handelskonzern Metro aktiv sind. Zwischen ihnen und Mediaset habe es keine Kontakte gegeben, hieß es in Kreisen der Italiener.

Die ProSiebenSat.1-Aktie schnellte im Späthandel um mehr als fünf Prozent auf 14,18 Euro nach oben.

 

APA/Red

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