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App-Stores von Google und Apple in der Kritik

Der Indischer Digitalverband ADIF fordert mehr Wettbewerb und faire Provisionen für Entwickler
©unsplash

Der Google Play Store ist der dominierende App-Store auf Android-Geräten

Nahezu jedes Smartphone läuft heutzutage entweder mit iOS, dem Betriebssystem von Apple, oder mit Android von Konkurrenten Google. Und während auf Android-Geräten neben dem dominierenden Play Store auch noch Apps aus anderen Quellen bezogen werden können, beschränken sich die Apple-Devices auf den offiziellen, firmeninternen App-Store. Damit kommt den beiden Konzernen eine Marktmacht zu, die definitiv hinterfragt werden sollte. Das sieht auch die Alliance of Digital India Foundation (ADIF) so und kam nach einer Analyse des App-Store-Marktes zu dem Schluss, dass es dringend notwendig sei, einen fairen Wettbewerb zu gewährleisten sowie die Wahlmöglichkeiten sowohl für Entwickler als auch Verbraucher zu verbessern.

Fragwürdiges Provisionssystem

Besonders in der Kritik steht seit längerem die Provisionspraxis der beiden App-Stores. Die ADIF, eine überzeugte Pro-Regulierungs-Gruppe, meint dazu: „Mehrere indische Entwickler haben sich gegen die Höhe der Provisionen und die mangelnde Auswahl bei der Auswahl eines Zahlungssystems ausgesprochen und die vorherrschende Politik als unangemessen bezeichnet. Die monopolistische Politik der App-Store-Betreiber und ihr Missbrauch der Marktmacht zwingen den Entwicklern ungünstige Bedingungen auf, denen keine andere Wahl bleibt, als sich daran zu halten.“

Das Resümee der Analyse der ADIF: Google und Apple hätten „aufgrund ihrer dominanten Position und mangelnden Interoperabilität isolierte Monopole“ auf die Betriebssysteme iOS und Android geschaffen, „die es ihnen ermöglichen, einseitig Vertragsbedingungen durchzusetzen“, sodass Entwickler keine Alternative für den Vertrieb haben. Der Bericht weist auf das spezifische Problem der App-Store-Provisionen hin und behauptet, es sei aufgrund des fehlenden Wettbewerbs auf dem Markt „schwer zu bestimmen, was ein fairer Provisionssatz“ ist.

Indische Wettbewerbskommission ermittelt

In Indien werden Google und Apple deshalb bereits von der Wettbewerbskommission untersucht – mit Unterstützung der ADIF. Letztere warnt allerdings davor, dass eine Gesetzgebung zur Bewältigung dieser Probleme wiederum anderweitige Herausforderungen mit sich bringen wird. Dementsprechend sollten die Gesetze flexibel sein, um den aufkommenden neuen Geschäftsmodellen und Entwicklungen im digitalen Sektor Rechnung zu tragen und die Innovation nicht einzuschränken.

„Die dominante Position, die die Gatekeeper des App-Ökosystems genießen, kann den Wettbewerb und die Innovation auf dem Markt ernsthaft beeinträchtigen und gleichzeitig das Ökosystem in vielerlei Hinsicht beeinträchtigen. Es ist daher lobenswert, dass der Gesetzgeber solche Probleme zur Kenntnis nimmt und aktiv Schritte unternimmt, um die wettbewerbswidrigen Praktiken der großen Akteure anzugehen“, so ADIF-Executive-Director Sijo Kuruvilla George.

Pressetext/Red.

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