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App befreit aus Filterblase

"Ground News" zeigt Nachrichten aus unterschiedlichen Blickwinkeln - Präferenz von Nutzern spielt keine Rolle.
© Pixabay

Die neue kanadische Nachrichten-App „Ground News“ bietet Usern in den USA ein ausgewogenes Angebot an Berichterstattungen, um ihnen dabei zu helfen, aus ihrer Echokammer auszubrechen. Mithilfe Künstlicher Intelligenz sammelt die Anwendung journalistische Beiträge über aktuelle Themen und sorgt dafür, dass diese von möglichst vielen Seiten beleuchtet werden.

„KI kann auch diskriminieren“

„Medienkompetenz ist in der digitalen Welt extrem wichtig. Vielen Menschen fällt es zunehmend schwer, zu bewerten, welche Nachrichten unwahr oder Propaganda sind. Dazu kommt, dass Nachrichtenaggregatoren wie Google nicht neutral vorgehen. Der Anspruch von Ground News ist lobenswert, allerdings muss man bedenken, dass eine KI auch diskriminieren kann“, sagt Digitalisierungsexperte Thomas R. Köhler gegenüber pressetext.

Der Algorithmus von Ground News analysiert etwa 50.000 Nachrichtenquellen, die über die ganze Welt verteilt sind. Dabei achtet er vor allem darauf, wie lange eine Quelle schon existiert, wie oft sie zitiert wird und wie stark ihre Social-Media-Präsenz ist. Die Nachrichtenportale werden auch auf ihre politische Ausrichtung bewertet.

Persönliche Präferenz unwichtig

Auf Ground News sehen Nutzer Links über Nachrichten zu einem bestimmten Thema. Die Aufbereitung der Meldungen ist unverändert so, wie sie von der Quelle publiziert wurden. Die App macht jedoch auf die politische Ausrichtung aufmerksam. Auch der Zeitpunkt der Veröffentlichung und der Standort der Quelle werden Usern angezeigt.

Den Entwicklern zufolge ist es bei Online-Suchmaschinen wie Google besonders problematisch, dass sie auf die Präferenzen von Usern eingehen und dadurch nur das zeigen, was diesen angenehm ist. Um Nutzer nicht in eine Richtung zu lenken, haben die persönlichen Vorlieben dagegen keinerlei Auswirkungen auf die Nachrichten, die Ground News ihnen präsentiert. So können User zu einem Thema beispielsweise einen Beitrag der rechtsgerichteten US-Plattform „Breitbart“ sehen, auch wenn dieser ihren Ansichten komplett widerspricht.

 

PA/Red

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