Skip to content

Anti-Werbung senkt Zuckerdrink-Verkauf

In einem Facebook-Experiment mit Schockeffekt versuchten US-amerikanische Universitäten den Zuckerkonsum durch Getränke zu senken.
©pixabay

Zu viele Kinder trinken heutzutage übermäßig viele zuckerhaltige Getränke.

Eine aktuelle Studie der University of Washington (UW) und der University of Pennsylvania zeigte nun, dass Gegenmarketing nicht nur bei Tabak Wirkung zeigen kann: Eine Anti-Werbung mit Schockbild sorgte dafür, dass Eltern ihren Kindern weniger zuckerhaltige Fruchtsäfte kauften.

„Zuckrige Fruchtgetränke lassen ’natürlich‘ die Zähne Ihrer Kinder verrotten“, so das Sujet, das ein Mädchen mit richtig schlechten, verfaulten Zähnen zeigt. Diese Kampagne verbreitete das Forscherteam in Facebook-Gruppen mit rund 1.600 Probanden über drei Monate. Die Negativ-Werbung zeigte tatsächlich Wirkung. Noch besser funktionierte allerdings ein Versuch, bei dem die Werbung in Kombination mit positiven Botschaften zum Wasserkonsum verbreitet wurde. Der Studie zufolge, die im „American Journal of Public Health“ veröffentlicht wurde, könne der Zuckerkonsum durch Getränke bei Kindern so um ganze 22 Prozent sinken.

Die versteckte Gefahr der Fruchtsäfte

Dass nicht nur Limonaden, sondern auch Fruchtsäfte mit „natürlicher“ Süße wahre Zuckerbomben sind, ist vielen Eltern gar nicht bewusst. Im Gegenteil: Das gezielte Marketing zu Fruchtsäften erweckt bei ihnen oftmals den Anschein, die Getränke seien gesünder, als sie eigentlich sind. „Was sie wirklich überzeugte, war die Tatsache, dass sie irreführende Informationen erhielten, die sie ihrer Meinung nach dazu bewegten, für ihre Kinder ungesunde Entscheidungen zu treffen“, so der UW-Professor James Krieger zur Gegenkampagne.

Für die Studie wurden insbesondere Latino-Eltern angeworben, da die Kinder dieser Familien in den USA besonders viele zuckerhaltige Getränke konsumieren. „Die negativen gesundheitlichen Auswirkungen, die mit dem Konsum von zuckerhaltigen Getränken verbunden sind – wie Karies oder später im Leben Diabetes – wirken sich überproportional auf diese Community aus“, erklärt Krieger. Dementsprechend habe man die Anti-Werbung verstärkt auf diese Bevölkerungsgruppe zugeschnitten.

Weitere Informationen zur Studie sowie die beschriebenen Kampagnenbilder finden Sie hier. Ob sich derartige Kampagnen auch im deutschsprachigen Raum durchsetzen, bleibt abzuwarten. Anti-Tabak-Werbung wird hierzulande ja bereits betrieben, unter anderem mit unschönen Bildern auf den Zigaretten-Packungen, die den Käufern die möglichen Folgen ihres Konsums aufzeigen wollen.

Pressetext/Red.

Gefällt Ihnen der Beitrag?
Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on telegram
Telegram
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on email
Email