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„andererseits“ macht inklusives Arbeiten vor

Vor rund einem Jahr wurde die inklusive Onlineplattform „andererseits“ gegründet.
© Stefan Fortdauer

„andererseits“ setzt sich für inklusives Arbeiten ein.

Das Medium besteht aus freiwilligen Mitarbeitern, die das Ziel verfolgen journalistische Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung zu schaffen. Das 20-köpfige Team besteht aus Menschen mit und ohne körperliche Einschränkungen. Gegründet wurde das Online-Magazin von Clara Porak, Katharina Kropshofer und Katharina Brunner. Die Idee kam Porak als sie gemeinsam mit ihrem Bruder Matthias, der mit einer Behinderung lebt, einen Artikel verfassen wollte. Diese Idee stieß in ihrem Bekanntenkreis auf Begeisterung. Immer mehr Leute wollten teilnehmen. Heute bietet „andererseits“ nicht nur Beiträge auf der Webseite, sondern auch den Podcast „Sag‘s einfach!“ und einen wöchentlichen Newsletter. Laut Brunner fehle vielen Redaktionen das Verständnis und die nötige Zeit für inklusives Arbeiten. Journalismus wäre größtenteils auf Schnelligkeit und Leistung aufgebaut und damit würden sich viele Menschen mit Einschränkungen überfordert fühlen, ergänzt „andererseits“-Mitarbeiter Nikolai Prodöhl. Er selbst ist Sprachbeeinträchtigt und freut sich über die Chance und Hilfe die er bei „andererseits“ bekommt. Trotz seiner Beeinträchtigung macht Prodöhl regelmäßig Radiobeiträge für den Communitysender „Tide“. Mit seiner Arbeit möchte er bewirken, dass Menschen mit Behinderung von den Medien korrekt wahrgenommen werden. Die Beiträge von „andererseits“ werden meistens von einer Person mit und einer Person ohne Behinderung zusammen verfasst. Manche brauchen dabei mehr Hilfe, manche weniger, erklärt Brunner. In Zukunft wolle man auch nicht mehr auf freiwilliger Basis arbeiten, alle Mitarbeiter sollen bezahlt werden.

Erste Kooperationen

Die Themen, die behandelt werden drehen sich nicht nur um Menschen mit Einschränkungen, auch andere Themen werden behandelt. Einige Texte von „andererseits“ zum Thema Mut sind in der aktuellen Ausgabe der Wiener Straßenzeitung „Augustin“ erschienen. Auch im „Standard“ erschien schon ein Artikel aus der Feder des Online-Magazins. Gründerin Brunner sieht die Kooperationen trotzdem kritisch. Die Texte würden zwar in etablierten Medien ein größeres Publikum haben, aber wenn „andererseits“ die Texte liefert, würde dies nicht zu einer Inklusion in der Zeitungsredaktion führen. Laut der Studentin wäre es höchste Zeit, dass es zu einem Umdenken in der Medienlandschaft kommen müsse und man Menschen mit Einschränkungen mehr in die journalistische Arbeit einbinden sollte.

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