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Amazon überwacht Lieferanten mittels KI

Amazon setzt für die Überwachung seiner Paketlieferanten Kameras ein, die mit Hilfe einer KI die Arbeitsweise bewerten und bestrafen sollen.
©unsplash

Nicht nur Paketlieferanten, sondern auch Lagermitarbeiter werden mittlerweile überwacht, zu langsamen Mitarbeitern droht die Kündigung.

Amazon setzt mittlerweile im gesamten Unternehmen vermehrt Künstliche Intelligenzen ein, um seine Mitarbeiter zu überwachen – so auch bei Paketlieferanten. In den Fahrzeugen werden KI-gestützte Kameras eingebaut, die alle Bewegungen der Fahrer sowie der Umgebung aufzeichnen, bewerten und sogar bestrafen. Allerdings berichten zahlreiche Mitarbeiter davon, dass das System viele Schwächen aufweist und die Kameras Situationen schlecht bewerten würde, für die die Mitarbeiter nichts können: Beispielsweise dann, wenn sie von Autos unerwartet überholt werden. Zudem sind Blicke in den Seitenspiegel für die KI oftmals schon ein Zeichen dafür, dass der Fahrer seine Aufmerksamkeit nicht vollends der Straße schenkt. Deswegen tragen auch einige Mitarbeiter bereits Sonnenbrillen, damit die Kamera ihre Augenbewegungen nicht tracken kann, oder kleben die Linse direkt ab. Dies wird auch von einigen Vorgesetzten toleriert, weil die technischen Probleme allseits bekannt sind. Auch Amazon sei sich dessen bewusst, wie aus dem diesjährigen Bloomberg-Bericht hervorgeht. Trotzdem habe man sich für den Einsatz der Überwachungstechnik entschieden, da diese schlichtweg günstiger sei, als Menschen zu bezahlen.

Bewertung mit Punktesystem

Bei der Beurteilung der Mitarbeiter setzt Amazon ein Punktesystem ein, bei dem sich jeder vermeintliche Fehltritt negativ auswirkt. Ein Algorithmus berechnet anhand der Punkte dann, ob die Arbeit eines Fahrers als „fantastisch“, „gut“, „fair“ oder „risikobehaftet“ eingestuft wird. Darüber werden die Mitarbeiter dann automatisiert in regelmäßigen E-Mail informiert. Personen mit dem Status „fantastisch“ würden laut den Berichten der Fahrer auch Bonus-Zahlungen erhalten.

Dieser Umstand ist durchaus kritisch, da die Fahrer keine direkten Angestellten bei Amazon sind und das gesamte unternehmerische Risiko auf ihnen selbst lastet. Das bedeutet, dass sie im Falle einer schlechten Bewertung mit einer Beendigung des Dienstverhältnisses rechnen müssen.

Red./LBi

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