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Alexa und Co stressen ihre User

Je länger man einen Sprachassistenten nutz, desto häufiger führt dies einer neuen Studie nach zu Stress
©unsplash

„Alexa“ von Amazon ist einer der bekanntesten Sprachassistenten der Welt

Amazons „Alexa“, Apples „Siri“, oder Googles „Assistant“. Egal ob als stationären Lautsprecher oder am Smartphone – für welchen man sich auch entscheidet, fast jeder hat heutzutage einen Sprachassistenten zuhause. Wie Forscher der Ruhr-Universität Bochum (RUB) im Zuge einer Studie herausfanden, erzeugen diese kleinen Helfer über einen längeren Zeitraum hinweg allerdings Stress.

Anhand einer Umfrage mit mehr als 1.000 Nutzern von intelligenten Sprachassistenten sowie elf Tiefern-Interviews hat der RUB-Forscher Sascha Alavi mit Kollegen der Universität Neuchâtel zusammen die Studie durchgeführt. Dabei stellte sich heraus, dass viele der Nutzer ihren Assistenten einen nahezu menschlichen Verstand zuschreiben. „Unsere Studienergebnisse bestätigen also zunächst einen durchaus positiven Effekt der Mensch-Technologie-Beziehung“, so Alavi. Auf der anderen Seite konnte das Team erstmals auch beweisen, dass diese Zuschreibung menschlicher Eigenschaften auf die Technologie negative Effekte haben kann.

„Unserer Studie zufolge fühlen sich etwa 30 Prozent der Nutzer mitunter auch von den Systemen in ihrer Identität bedroht. Sie nehmen die Assistenten als rivalisierend wahr. Sie sorgen sich um ihre Unabhängigkeit, sehen ihre Privatsphäre in Gefahr“, erklärt Alavi. Schädigende Effekte wie diese würden vor allem dann auftreten, wenn zwischen Mensch und Assistenzsystem bereits eine enge, lange Beziehung bestünde. „In den ersten acht Monaten gibt es keine Probleme. Man könnte von einem ‚Honeymoon-Effekt‘ sprechen“, so Alavi. Danach setze die stressende Wirkung ein. „Bei etwa 20 Prozent der Konsumenten beeinträchtigt die intensive Nutzung von Artificial Intelligence Assistants über einen Zeitraum von acht Monaten ihr Wohlbefinden“, erklärt Alavi. Der Stress rühre vor allem von den Sorgen der Menschen, dass solche Technologien sie eines Tages ersetzen könnten.

PA/Red.

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