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70 Jahre Deutsche Presse-Agentur

Ein Rückblick auf die Geschichte der Nachrichtenagentur und einige Fakten. 
© dpa

dpa-Zentrale in Rotherbaum, Hamburg

Als der Zweite Weltkrieg zu Ende geht und die Propagandasender verstummen, ist der Hunger der Deutschen nach zuverlässiger Information groß. Wenige Monate nach Verkündung des Grundgesetzes beginnt für die DeutschePresse-Agentur am 18. August 1949 ein neues Kapitel. Auch für den Journalismus in der deutschen Bundesrepublik.

70 Jahre Agenturgeschichte im Rückblick

1949: Startschuss im niedersächsischen Goslar. Dena (Deutsche Nachrichtenagentur), Südena (Süddeutsche Nachrichtenagentur) und dpd (Deutscher Pressedienst) schließen sich zur Deutschen Presse-Agentur zusammen. Am 1. September läuft die erste Meldung im Basisdienst. Wortlaut: „Die Pflege der objektiven Nachricht und die Unabhängigkeit von jeder staatlichen, parteipolitischen und wirtschaftlichen Interessengruppe werden das Merkmal der neuen Agentur sein.“ Erster Chefredakteur und Mitgeschäftsführer der dpa wird Fritz Sänger, Geschäftsführer Hans Melchers.

Die 1950er: Nach und nach baut die dpa ein eigenes Netz von Korrespondenten im Ausland auf: zunächst in London, Paris, Amsterdam, Stockholm, Kopenhagen, Washington, Rom, Madrid und Wien. 1957 folgen Moskau und Warschau. Im selben Jahr gehen auch die Auslandsdienste der dpa – Europa- und Überseedienst – in den regelmäßigen Sendebetrieb. Für ihre Verbreitung stehen Lang- und Kurzwellensender zur Verfügung. Dass Fotos per Post versandt werden, ist von jetzt an Geschichte. Auch der dpa-Bilderdienst sendet nun über die Langwelle.

Die 1960er: Das Auslandsnetz der dpa umfasst mittlerweile Korrespondenten und Mitarbeiter in 75 Ländern. Französischer Dienst (bis 1975), Spanischer Dienst und Arabischer Dienst nehmen ihre Arbeit auf. Basisdienst und Bildfunk senden jetzt rund um die Uhr. Präzision und Glaubwürdigkeit sind das höchste Gut des seriösen Journalismus – und doch sind Fehler nicht immer vermeidbar. Einer bleibt unvergessen: Am 13. April 1964 meldet dpa den Tod des sowjetischen Staats- und Parteichefs Nikita Chruschtschow. Neun Minuten später muss die auf einer Falschinformation beruhende Meldung korrigiert werden.

Die 1970er: Die erste Generation einer „Elektronischen Rechnergesteuerten Nachrichtenvermittlungsanlage“ geht in Betrieb. Erstmals redigieren dpa-Redakteure an Bildschirmen. Ein genormtes Format der Meldungen ermöglicht den Redakteuren von Tageszeitungen und Rundfunkanstalten, dpa-Meldungen direkt am Computer zu empfangen und zu bearbeiten. 1973 eröffnet dpa ein Büro in Ostberlin und akkreditiert einen Korrespondenten.

Die 1980er: Die technische Entwicklung schreitet voran, schon bald kann der Bilderdienst seine Sendegeschwindigkeit verdoppeln. Mit Hilfe einer elektronischen Bildbearbeitungsanlage können Fotos am Bildschirm bearbeitet und mit Texten versehen werden. Die dpa beliefert nun auch den Hörfunkmarkt mit Audio-Beiträgen.

Die 1990er: Als erste Zeitung in der DDR beliefert dpa die „Thüringer Allgemeine“ in Erfurt mit Nachrichten. Ende 1990 gehören – nach der Wiedervereinigung am 3. Oktober – 41 Zeitungen sowie Hörfunk und Fernsehen in den neuen Bundesländern zu den Kunden der dpa. Es entstehen fünf ostdeutsche Landesdienste mit 14 Regionalbüros und einer Redaktion in Berlin-Mitte. Seit 1995 ist die Bildbearbeitung komplett digital. 1997 geht das Online-Angebot der dpa an den Start. Heute liefern die dpa-Weblines ihren Kunden ein multimediales Online-Nachrichtenangebot – 7 Tage die Woche bis zu 24 Stunden am Tag.

Seit 2000: Das Hauptstadtbüro der dpa nimmt den Betrieb in Berlin auf. Das Online-Angebot der Agentur ist nun auch in Englisch und Spanisch verfügbar. 2007 geht der erste crossmediale und zielgruppenspezifische Dienst an den Start: Die Nachrichten für Kinder bringen Texte, Bilder, Podcasts und animierte Grafiken. 2010 eröffnet die dpa ihre neue Zentralredaktion im alten Zeitungsviertel Berlins. Erstmals sind nun alle zentralen Redaktionen unter einem Dach vereint. 2014 wird Sven Gösmann Chefredakteur, neuer Vorsitzender der Geschäftsführung ist seit 2017 der Oberösterreicher Peter Kropsch, früherer APA-Geschäftsführer.

APA/red
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