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ORF: 2021 wird Jahr der Weichenstellungen

Stiftungsräte wählen Unternehmensführung am 10. August.
© ORF

ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz

Im ORF stehen im kommenden Jahr wichtige Weichenstellungen an. Im Sommer wird die ORF-Führung ab 2022 gewählt. Dass sich ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz um eine weitere Amtszeit bewirbt, wird erwartet, offiziell bekannt gegeben hat er seine Kandidatur aber noch nicht. Außerdem soll der ORF-Player starten. Noch ausständig ist allerdings die von der Regierung angekündigte Novelle des ORF-Gesetzes, die dem ORF den nötigen Spielraum im digitalen Bereich geben soll.

Der Chef oder die Chefin des größten Medienunternehmens des Landes wird am 10. August gewählt. Das hat der Stiftungsrat, der für die Ausschreibung und Bestellung des Postens zuständig ist, in seiner letzten Sitzung des Jahres fixiert. Die Mitglieder des Gremiums werden von Regierung, Parteien, Bundesländern, ORF-Publikumsrat und Betriebsrat beschickt und sind – abgesehen von wenigen Ausnahmen – in parteipolitischen „Freundeskreisen“ organisiert.

2016 wurde Wrabetz mit einer knappen Mehrheit – genau mit den nötigen 18 von 35 Stimmen – wiedergewählt. Seit der Neubesetzung des Stiftungsrats im Frühjahr dieses Jahres verfügt die ÖVP mit von ihr entsendeten und türkis-nahen Räten über eine Mehrheit.

Auch die laut Gesetz bis zu vier Direktorenposten werden nach der Wahl – auf Vorschlag des Generaldirektors – vom Stiftungsrat neu bestellt. Zur Wahl stehen also auch die Posten von Programmdirektorin Kathrin Zechner, Finanzdirektor Andreas Nadler, Radiodirektorin Monika Eigensperger und des Technischen Direktors Michael Götzhaber. Das Gleiche gilt für die neun Landesdirektoren.

Wahl, Player und neues Gesetz

Für Wrabetz, der seit 2007 an der Spitze des Unternehmens steht, wäre es bereits die vierte Amtszeit. Erst kürzlich legte er dem Stiftungsrat seinen Fünfjahresplan vor, der die Leitlinien für die nächste Unternehmensführung vorgibt. Die Entwicklung des ORF zur „multimedialen Public-Service-Plattform“, die den Öffentlich-rechtlichen auf Augenhöhe mit internationalen Plattformen bringen soll, und der Ausbau der Social-Media-Aktivitäten zählen zu den Kernpunkten des Konzepts. Als Wahlprogramm wollte Wrabetz die Strategie 2025 nicht verstanden wissen.

Auch Gegenkandidaten haben sich offiziell noch keine in Stellung gebracht. Bereits abgesagt hat Richard Grasl, der Wrabetz 2016 unterlag und mittlerweile Leiter der Digitalredaktion in der Chefredaktion des „Kurier“ ist. „Ich sehe überhaupt keine Veranlassung für eine Kandidatur“, sagte Grasl im Interview mit dem „Horizont“.

Auch abgesehen von der Wahl wird es für den ORF ein spannendes Jahr. Denn 2021 soll der lange angekündigte ORF-Player umgesetzt werden. In welchem Ausmaß das möglich sein wird, ist aber noch nicht klar. Wrabetz hofft, dass ein neues ORF-Gesetz, das dem Öffentlich-rechtlichen Erleichterungen im digitalen Bereich bringen soll, noch im ersten Halbjahr 2021 kommt. Derzeit liegen die Verhandlungen aber auf Eis. Außerdem soll der multimediale Newsroom im neuen ORF-Mediencampus am Küniglberg fertiggestellt werden, damit Anfang 2022 mit der Besiedlung begonnen werden kann.

 

APA/Red

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