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20.World Press Photo- Ausstellung

Weltbeste Pressefotos im Wiener WestLicht
© Jérémy Lempin, France

Auch Teil der Ausstellung: Das Bild der 24-jährigen, an Krebs erkrankten Manon, die ihren Sohn im Arm hält

Ab heute können sich Kunstinteressierte die „World Press Photo“- Ausstellung ansehen. Diese ist Teil des Programms des in Wien-Neubau liegenden „WestLicht. Schauplatz für Fotografie“. Heuer feiert sie ihr 20-jähriges Bestehen und präsentiert das „Best of“ des internationalen Fotojournalismus sowie eine Schau der österreichischen Fotografin Mafalda Rakos.

Die aus Amsterdam stammende World Press Photo Fundation schreibt seit 1955 den international bedeutsamen Preis für Pressefotografie aus. Heuer hatten sich rund 4.300 Fotografen aus 130 Ländern mit mehr als 74.000 Fotos beteiligt. Verliehen wurden 45 Preise in mehreren Kategorien. Der diesjährige Sieger, der Fotograf Mads Nissen, gewann mit seinem Bild „The first embrace“. Dieses zeigt die innige Umarmung zwischen einer Krankenschwester und einer Pflegeheimbewohnerin in Sao Paulo. Der „Hug Curtain“ aus Plastik ermöglicht den physischen Kontakt nach Monaten der Entbehrungen und der Isolation. „Das Foto zeigt universelle Erfahrungen wie Liebe, Zuneigung und Berührung“, betont Kuratorin Sanne Schim van der Loeff von der World Press Foundation gegenüber der APA. „Wir alle haben schon viele Fotos zum Thema Covid-19 gesehen, diese hier zeigen bewusst andere Seiten des Pandemielebens“, so die Kuratorin weiter.

Andere Perspektiven

In der Kategorie „Sport“ gewann Adam Perry. Sein Foto zeigt einen Mann, der aufgrund der geschlossenen Boulder-Hallen an einer Wand aus gestapelten Baumstämmen klettert. Weitere Fotos aus dieser Kategorie stammen zum einen von Stephan McCarthy, auf dessen Bild ein 87-jähriger Athlet zu sehen ist, der in seinem Wohnzimmer joggt. Und zum anderen von Chris Donovan, dessen Fotostrecke die „Jaguars“, ein Basketball-Team aus Flint, Michigan, zeigt. Dabei wird eine andere Perspektive der Stadt gezeigt, die ansonsten aufgrund der Vergiftung ihres Trinkwasser weltweit mediale Aufmerksamkeit bekam. 

Protestbilder

Zahlreiche Bilder von den Protesten in Belarus gingen um die Welt. Eine der Arbeiten aus diesem Bereich stammt von Fotografin Nadia Buzhan. Diese hatte eine junge Frau vor einem Gefängnis der weißrussischen Hauptstadt fotografiert, die dort auf die Freilassung ihres Mannes wartete. „Das Bild strahlt Ruhe aus und steht im Kontrast zu einem sehr von Gewalt geprägten Kontext“, so Schim van der Loeff. Ebenso in der Fotostrecke vertreten sind Bilder von den Protesten nach der Ermordung von George Floyd in den USA sowie die politischen Unruhen in Peru. 

Kategorie Natur

Auch der Klimawandel ist ein Thema der Fotoausstellung. Gleich neben den sozialen Protesten findet sich eine Fotostrecke, die den bitteren Kampf Kenias gegen die Wüstenheuschreckenplage zeigt. Das Bild wurde eingefangen von dem AFP-Fotografen Luis Tato. Neben den Folgen des Klimawandels werden auch andere Natur-Pandemie-Geschichten gezeigt. So auch „Pandemic Pigeons- A Love Story“, von einem niederländischen Natur-Fotografen Jasper Doest, der während des Lockdowns die Beziehung seiner Familie mit zwei Stadttauben dokumentiert hat.

Tabuisierte Themen 

Parallel zur World Press Photo Ausstellung werden Arbeiten der in Wien geborenen Fotografin Mafalda Rakos gezeigt. Ihre Serie „A Story to Tell. Or:  Regarding Male Eating Disorders“ setzt sie sich mit dem Krankheitsbild der Essstörung auseinander, welche vor allem mit Frauen und Mädchen assoziiert wird. Doch auch Männer sind davon betroffen. Nur werden sie in der Gesellschaft kaum wahrgenommen. Rakos setzt sich als Künstlerin und Anthropologin schon mehrere Jahre mit dem Thema auseinander. Ihre Fotoserie ist das Ergebnis aus zahlreichen Konversationen, welche sie mit betroffenen Männern geführt hat. Ergänzt werden die Bilder durch Videoauszüge der Interviews und Zeichnungen aus der Hand der Protagonisten.

APA/ Red.

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