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Ein Interview von Dietrich Mateschitz in der Kleinen Zeitung polarisiert.


Sei es sein Fußball-Imperium oder die rigorose Führung des Fernsehsenders Servus TV – Red Bull-Chef Dietrich Mateschitz steht seit Jahren in der Kritik. Und nur selten meldet sich der Unternehmer selbst zu Wort. In einem Interview mit der Kleinen Zeitung machte der Milliardär nun eine Ausnahme und holte zum Rundumschlag gegen heimische Politiker aus. Im Zentrum seiner Kritik: „das unverzeihliche Ausmaß der politischen Fehleinschätzungen und Fehlentscheidungen bei der Nichtbewältigung der Flüchtlingswelle“. Doch auch die Befürworter offener Grenzen kritisiert der Unternehmer: „Keiner von denen, die 'Willkommen' oder 'Wir schaffen das' gerufen haben, hat sein Gästezimmer frei gemacht oder in seinem Garten ein Zelt stehen, in dem fünf Auswanderer wohnen können“, so Mateschitz weiter.

Zu viel, wie die 50 Salzburger Flüchtlingshelfer nun in einem offenen Brief auf Facebook erklären. „Mit dieser Aussage, die nicht nur falsch sondern auch in höchstem Maße zynisch ist, verhöhnen Sie jene Menschen, die sich nun seit fast zwei Jahren ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren“, heißt es hier. Man brauche zwar keinen Applaus für das ehrenamtliche Engagement, verhöhnen lassen möchte man sich aber ebenfalls nicht. „Ein Funken mehr Respekt wäre angebracht gewesen“, resümiert die Gruppe. Nina Horaczek, Politredakteurin beim Falter, antwortete via Twitter auf das Mateschitz-Interview:

 

 

Stürmischen Beifall gibt es vonseiten der FPÖ und Parteiobmann Heinz Christian Strache. Er bezeichnet Dietrich Mateschitz im Bezug auf seine Aussagen zur Flüchtlingskrise als „außergewöhnlichen Menschen, der – in Zeiten wie diesen – seine Bodenhaftung nicht verloren hat und außergewöhnlichen Weitblick beweist“. Zudem sei der Red Bull-Boss ein „großer Österreicher, der für unser Land Enormes geleistet hat.“ Das Büro von Sebastian Kurz filtert aus dem Artikel der Kleinen Zeitung wiederum heraus, dass der Außenminister als einziger Politiker von Mateschitz gelobt wurde. Auf Facebook wäre für viele sogar ein „Kanzler Didi“ vorstellbar. Und wer weiß, er wäre schließlich nicht der erste österreichische Unternehmer, der sich auf der politischen Bühne versucht.

 

 

10. 04. 2017 / red
Bildcredit: Jan Woitas / dpa / picturedesk.com