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ProSiebenSat.1Puls4 hat die ersten Pläne für das neue Gruppenmitglied erläutert.

 

Die Fusion von ATV und Puls 4 ist seit vergangener Woche offiziell. Die ProSiebenSat.1Puls4-Gruppe hat sich bereits zur Zukunft beider Privatsender geäußert. „Wir müssen rasch die ersten Sanierungsmaßnahmen setzen, wie zum Beispiel das Umsiedeln der Mitarbeiter und des Studioworkflows nach Neu Marx in die Senderzentrale von ProSiebenSat.1Puls4“, so Neo-Geschäftsführer Thomas Gruber. Der Umzug soll bis Ende 2017 abgeschlossen sein. Damit können Bereiche wie Vermarktung, technischer Betrieb, Verwaltung und Einkauf aus einer Hand betreut werden. Ein weiterer Vorteil: ATV wird fortan auch in echtem HD produzieren. Das bisherige Signal wurde lediglich hochgerechnet. Für ATV II steht ein „Softrelaunch“ zum ersten Quartal 2018 auf dem Programm.

Im programmlicher Hinsicht möchte man sich zudem voneinander entfernen, um für den Partner keine Konkurrenz darzustellen. Im Serien- und Filmbereich ist daher eine komplementäre Ausrichtung geplant. Heißt: Zukünftig nur mehr eine Serie auf einem Sender. Sendungen wie „Austria’s next Topmodel“ könnten künftig auch auf ATV gezeigt werden. Im Informationsbereich wird eine strikte Trennung anstrebt. Zwei unabhängige News-Redaktionen sollen sohin Meinungsvielfalt und Information auf hohem Niveau garantieren. Das Rohmaterial werden sich ATV und Puls4 künftig aber teilen. Als direkte Konkurrenten werden ORFeins für Puls4 und die Sender der RTL-Gruppe für ATV anvisiert. „Marktanteile kann man nur dort holen, wo sie jemand anderer hat“, erklärt Gruber die Philosophie.

Auch die Mitarbeiterplanung ist nahezu abgeschlossen. Von 150 ATV-Mitarbeitern werden 70 wohl nicht nach Neu Marx übersiedeln. Die negative Berichterstattung über den geplanten Abbau ärgert Michael Stix, CCO von ProSiebenSat.1Puls4, aber: „Wir übernehmen 80 Plätze garantiert“. Darüber hinaus versucht Bernhard Albrecht, CFO von ProSiebenSat.1Puls4, zu relativieren: „Ich gehe davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Mitarbeiter, die nicht hier an diesen Standort kommen, deutlich geringer ist als diese 70.“ Die einzige Alternative wäre laut den Geschäftsführern eine Schließung von ATV gewesen. Auch Puls4-Chef Markus Breitenecker spricht von einem „besonders schweren wirtschaftlichen Sanierungsfall“. Dennoch rechnet er mit einem „Turnaround“ bis 2018 und einem Break-even in „zwei bis maximal drei Jahren“.

 

 

 

10. 04. 2017 / red
Bildcredit: ATV