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Marcus Schmitt ist CEO und Gründer von Copytrack

 

Copytrack will mit Blockchain-Technologie gegen Urheberrechtsverletzungen vorgehen.

 

Das Berliner Start-up Copytrack ist eine Online-Plattform für professionelle und semi-professionelle Fotografen, Bildagenturen und –datenbanken und Verlage. Kunden können sich kostenfrei registrieren und bekommen dann technische und rechtliche Unterstützung bei der Wahrung ihrer Urheberrechte.

Mittelfristig soll das Geschäftsmodell von Copytrack um ein globales Bild-Register erweitert werden, das auf Blockchain-Technologie basiert und später auch als Online-Marktplatz genutzt werden soll. Für diesen Schritt werden nun mittels eines Initial Coin Offerings (ICO) Geldmittel lukriert.

 

Das bisherige Geschäftsmodell

Copytrack ist ein Dienstleistungsunternehmen, dass es Content-Erstellern ermöglicht, unbürokratisch und unkompliziert gegen die illegale Verwendung von Fotos und Grafiken vorzugehen. Kunden können einen Account erstellen und Bilder hochladen. Copytracks Crawler (ein Computerprogramm das mit hoher Geschwindigkeit Webseiten durchforstet) sucht dann im Internet nach den Bildern – mit einer laut Eigenangabe 98-prozentigen Treffergenauigkeit. Stößt er auf einen Fall, in dem ein Bild genutzt wurde, ohne entsprechende Lizenzgebühren zu entrichten, wird der Verstoß indiziert und an den Kunden weitergeleitet.

Der Kunde kann dann einen Prozess in Gang setzen, um Lizenzgebühren nachzufordern. In verschiedenen, teilautomatisierten Schritten wird so versucht eine Einigung zwischen den Parteien zu erzielen. Bleibt eine Zahlung weiterhin aus, kann es bis zu einem Gerichtsprozess kommen. Copytrack trägt dabei Verfahrenskosten und -risiko, behält dann aber 30 bis 50 Prozent der eingenommenen Lizenzgebühren als Provision ein.

Nächster Schritt

Mit seinem Geschäftsmodell hat sich Copytrack als Weltmarktführer in der Postlizenzierung von digitalen Bildinhalten etabliert und ist seit der Gründung 2014 kräftig expandiert – eben dem Standort Berlin gibt es mittlerweile Büros in New York und Tokio. In einem nächsten Schritt will sich das Unternehmen nun von einem Dienstleister in rechtlichen Angelegenheiten zu einer globalen Copyright-Datenbank und Online-Marktplatz wandeln.

Global Decentralized Copyright Register, so nennt Copytrack sein neues Projekt, das bereits 2018 an den Start gehen soll. Das Register basiert auf einer Blockchain, auf der – dezentralisiert und öffentlich sichtbar – Bildmetadaten (und ein damit verknüpfter „Krypto-Hash“) gespeichert werden. Die Informationen auf der Blockchain sind mit dem Tracking-System verbunden, dass dann automatisch das Netz nach unautorisierten Verwendungen des Bilds durchsucht und bei erfolgreicher Suche einen Nachlizenzierungsprozess auslöst, wie es auch im bisherigen Geschäftsmodell der Fall war.

Eine illegale Nutzung von Bildern kann somit zwar nicht verhindert werden, aber es ist sehr viel einfacher, eine unautorisierte Verwendung aufzudecken und die Rechtekette nachzuvollziehen. Das macht es nicht nur für Content-Ersteller einfacher, sondern auch für Nutzer, die dadurch leichter an die nötigen Rechteinformationen kommen. Copytrack hat zur genauen Funktionsweise des Registers ein Whitepaper veröffentlicht.

Die Entwicklung des Registers wird über ein Initial Coin Offering (ICO) finanziert. Dabei handelt es sich um eine im Blockchain-Bereich übliche Form des Crowdfundings, bei dem Anleger sogenannte Tokens erwerben können (bei Copytrack heißen sie CPY-Tokens). Diese Tokens funktionieren wie eine Art Wertpapier und gewinnen an Wert, wenn das ausgebende Unternehmen erfolgreich wirtschaftet. In den letzten Wochen gab es bereits einen Token-Vorverkauf, am 10. Jänner 2018 startet dann die Hauptverkaufsphase.

Bildcredit: Copytrack