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Die Auszeichnung für Pressefreiheit geht als Solidaritätsakt an Medienschaffende in der Türkei.


„Pressefreiheit, das klingt sehr abstrakt, aber gerade das Beispiel Türkei zeigt, wie schnell es konkret werden kann. Wenn ein Kommentar schon Todesgefahr bedeuten kann“, erklärte Standard-Chefredakteurin Alexandra Föderl-Schmid in ihrer Laudatio zur Verleihung des Concordia-Preises im österreichischen Nationalrat. In diesem Jahr wurde die Auszeichnung für Pressefreiheit als Solidaritätsakt jenen türkischen Journalisten gewidmet, die für die Ausübung ihres Berufs mit ihrer Freiheit und dem Leben bedroht werden. Stellvertretend nahm die Journalistin und Moderatorin Banu Güven den Preis gestern, 3. Mai, entgegen. Ismail Eskin, ihrem kurdischstämmigen Kollegen, wurde die Anreise von der österreichischen Botschaft verwehrt.

Bei der Preisübergabe betonte Güven, dass nicht das ganze Land allein aus Erdogan-Befürwortern bestehe. „Heute treffen sich Hunderte Journalisten in Istanbul zum Tag der Pressefreiheit“, erklärte sie. Das Preisgeld in der Höhe von 4.000 Euro werde man an einen Fonds zur Unterstützung inhaftierter Journalisten und ihrer Familien spenden. Aktuell befinden sich rund 130 türkische Medienschaffende im Gefängnis – bis zu 170 Medien sollen von Präsident Recep Tayyip Erdoğan bereits geschlossen worden sein.

Der Concordia-Preis für Menschenrechte wurde Profil-Redakteurin Edith Meinhart überreicht. ORF-Journalist Peter Huemer erhielt für sein Lebenswerk den Ehrenpreis.

 

 

04. 05. 2017 / red
Bildcredit: © M.Dörr & M.Frommherz / Fotolia