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Die Organisatoren des Europäischen Mediengipfels in Lech am Arlberg: Hans-Peter Siebenhaar (Präsident der Auslandspresse in Wien), Hermann Fercher (Geschäftsführer Lech Zürs Tourismus) und Stefan Kröll (Geschäftsführer ProMedia)

 

 

Ging Samstag zu Ende. Bewegend: Anwältin Seyran Ates.

 

Vergangenes Wochenende stand Lech am Arlberg wieder im Zeichen des Europäischen Mediengipfels. Nach der Eröffnung durch Turner International-Präsident Gerhard Zeiler wurde als Highlight der Veranstaltung der unter hohen Sicherheitsvorkehrungen stattfindende Besuch der deutschen

Rechtsanwältin Seyran Ates gewertet. Als Mitbegründerin der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin setzt sich Ates vor allem für mehr Liberalismus und Frauenrechte im Islam ein. Seyran Ates gilt deshalb als einer der meistgefährdeten Menschen in Deutschland – bei Ihrem Besuch in Lech war dies dadurch erkennbar, da sie von zahlreichen Personenschützern auf Schritt und Tritt bewacht wurde. „Ich wünsche mir für die Zukunft mehr Akzeptanz dafür, dass Menschenrechte für alle gelten“ so Ates im Gespräch mit ARD-Korrespondentin Susanne Glass. Der europäischen Identität schreibt sie dabei einen sehr hohen Stellenwert zu – für Menschen mit Migrationshintergrund sei es schließlich um einiges einfacher, sich zu Europa zugehörig zu fühlen als zu einem einzelnen Staat. Zum Abschluss nahm Ates Stellung zur derzeitigen europakritischen Haltung vieler Bürger und teilte dabei die Meinung Zeilers: „Viele wissen nicht zu schätzen, was die Europäische Union an Sicherheit bringt. Die Vorteile werden zu oft für selbstverständlich genommen“.

 

Fehlendes Bewusstsein für falsche Entscheidungen

 

Der Samstagvormittag rückte die Presse in den Fokus: Rainer Nowak (Chefredakteur Die Presse) bat Julian Reichelt (Vorsitzender der BILD-Chefredaktionen) zur Pressestunde. „Ich habe in den letzten drei Jahren die Situation in Aleppo hautnah journalistisch miterlebt“, berichtete der ehemalige Kriegsberichterstatter Reichelt. Als Grund für die vielen Missstände der Welt sieht er unter anderem ein fehlendes Bewusstsein der Politik für falsche Entscheidungen. „Sehr dramatisch ist die tiefe Überzeugung, das Richtige getan zu haben. Politiker haben oft nicht das Gefühl, etwas fundamental falsch gemacht zu haben“, stellte Reichelt fest. Den Abschluss des diesjährigen Mediengipfels bildete am Samstag der Internationale Presseclub. Der langjährige Medienmanager, Journalist und Berater Markus Spillmann diskutierte mit Paul Flückiger (Korrespondent in Warschau im Netzwerk von weltreporter.net), Inga Rogg (Türkei und Nah Ost-Korrespondentin NZZ und NZZ am Sonntag) und Pascal Nufer (SRF Korrespondent für China) über die aktuellen, erschwerten Bedingungen im Journalismus.

 

 

 

  

Bildcredit: ProMedia/APA-Fotoservice/Lechner