Skip to content. | Skip to navigation

Genervt von „Anpinkelei“ wegen hetzerischer Berichterstattung: „Österreich“-Herausgeber Wolfgang Fellner

 

Beitritt mit 1. März.

 

Wolfgang Fellners Tageszeitung "Österreich" wird mit 1. März den Ehrenkodex für die österreichische Presse anerkennen und damit am Presserat teilnehmen. Das kündigte er in einem Interview mit der APA an.

Diese Entscheidung mutet einigermaßen überraschend an, denn „Österreich“ verband ein – euphemistisch ausgedrückt – gespanntes Verhältnis mit dem Presserat seit dessen „Wiederauferstehung“ 2010. Aber genau das sei, so lässt Fellner die APA in einem Interview wissen, der Grund für die Anerkennung: „Es geht es mir auf die Nerven, ständig angepinkelt zu werden, wir würden hetzerische Berichterstattung betreiben, ständig verurteilt werden und uns dem Presserat nicht unterwerfen. Das stimmt nicht", erklärt Fellner und rechnet vor, dass es im Vorjahr gerade einmal zwei Verurteilungen durch den Presserat gegeben habe.

In diesem Punkt zeigt sich Wolfgang Fellner grundsätzlich empfindlich. So ist auch die Klage wegen Kreditschädigung und Ehrenbeleidigung zu verstehen, die er namens der Mediengruppe Österreich gegen die Sektion Acht der SPÖ Alsergrund eingereicht hat. Die Organisation, sowas wie eine rebellische Zelle in der SPÖ, hatte unter dem Hashtag #KeinGeldfürHetze eine Kampagne auf Facebook, Twitter und YouTube ins Leben gerufen, in der sie an Firmen appelliert, nicht in diskriminierenden und hetzerischen Medien zu inserieren. Anspielend auf Medien, die den Ehrenkodex des Presserats nicht anerkennen - zu diesen gehört neben „Krone" und „Heute" noch bis März eben auch „Österreich" – hatte sie geschrieben, selbige Medien seien in der vergangenen Zeit oft wegen Verstößen verurteilt worden. Und das will Fellner nicht auf sich sitzen lassen. 

Womit der Beitritt laut dem Verleger absolut nichts zu tun habe: Der geplanten Novellierung der Presseförderung. Wie extradienst.at bereits berichtet hat, sind in den Regierungsplänen für eine neue Medienförderung u.a. auch Bonusförderungen für Zeitungen angedacht, die Mitglieder des Presserats sind.

 

16.02. 2017; Update 17.02. / jasc

 

 

 

 

 

 

 

Bildcredit: Archiv