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Journalisten werden beschimpft. Journalisten werden verfolgt. Eingekeilt zwischen Wutbürgern und Begehrlichkeiten der Mächtigen, steht der Journalismus vor einem fragmentierten Spiegelbild. ED begab sich auf Ursachenforschung.

 

Zurzeit sind in der Türkei mehr als 150 Journalisten inhaftiert. Zuletzt wurde in Barcelona der schwedisch-türkische Journalist Hamza Yalcin verhaftet, nachdem die Regierung der Türkei einen internationalen Haftbefehl aufgrund Terrorverdachts erlassen hatte. Gegenüber der Associated Press meinte Jonathan Lundqvist, Präsident von Reporter ohne Grenzen Schweden, dass dies ein Versuch Erdogans war, auch „kritische Stimmen erreichen zu können, die nicht im Land sind“.

In den USA läuft derzeit eine eskalierende Verbalschlacht zwischen dem Weißen Haus mit Präsident Donald Trump und den etablierten Nachrichten-Medien, allen voran CNN. Die Ursache des Streits reicht lange zurück und ist in seinen Motiven schon in Trumps New York Times-Bestseller „The Art of the Deal“ (deutsch „Die Kunst des Erfolges“) beschrieben. Bei der Berichterstattung wurde schon sehr früh eher über die Frisur von „The Donald“ gelästert als über Faktisches berichtet. Damals hatte Trump das als unprofessionellen Journalismus abgetan. Doch seine Haut ist als Präsident dünner geworden.

Und wenn auch im deutschen Sprachraum die Lautstärke der gerufenen Kampfvokabel „Lügenpresse“ etwas verebbt ist, so ist der Aufschrei von „Fake News“ in den USA gerade erst im Ansteigen begriffen. Dem gegenüber weist die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ weltweit 35 „Feinde der Pressefreiheit“ aus. Die von der Organisation entwickelte Weltkarte zeigt wenige weiße Flächen, also Länder, in denen es keine Repressionen gegen Journalisten und die Pressefreiheit gibt.

 

Vertrauensverlust

Laut der Studie des GfK-Vereins „Trust In Professions“, die den weltweiten und europäischen Vertrauensindex für Berufsgruppen darstellt, zeigte sich bis März 2016 global ein starkes Vertrauen in Journalisten. 63 Prozent sind der Meinung, Journalisten vertrauen zu können. In Europa zeigte sich ein anderes Bild: nur 41 Prozent sprechen den Nachrichtenmedien ihr Vertrauen aus. In Österreich vertrauen von den 1002 Befragten der Studie lediglich 43 Prozent dem Beruf des Journalisten. Damit belegen Journalisten in der Umfrage den viertletzten Platz.

Was ist die Ursache für das Misstrauen in den Journalismus? Christian Ortner, Kolumnist bei der Presse: „Weil sich die Menschen zunehmend nicht informiert, sondern von den Medien umerzogen fühlen.“

 

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Autor: Thomas Königshofer

Bildcredit: iStock