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Österreich ist das Land des Fernsehens. Weit über 50 Regional- und Lokalsender funken im Land. Nun haben die großen Medienhäuser den Kuchen entdeckt: Wolfgang Fellner startete oe24.TV, jetzt zieht der „Kurier“ mit der Übernahme von SchauTV nach. Simmering-Kapfenberg kann beginnen.

 

Obwohl es beide Kontrahenten vermeiden, von Konkurrenz zu sprechen. Aus Sicht des Kurier nachvollziehbar. Immerhin haben die Fellners mit ihrem Billig-Sender ein Jahr Vorsprung. Und die Marke ins Medium mitgenommen. Fazit: Jeder kennt oe24.TV. Auch, wenn es kaum einer im linearen Fernsehen verfolgt. Der Kurier dagegen übernimmt mit SchauTV eine Regionalstation, die in erster Linie im Burgenland beheimatet ist. Zwar ist man bundesweit in den meisten Kabelnetzen vertreten, noch wird allerdings SchauTV nicht unbedingt mit Kurier assoziiert. Vielleicht auch ein Grund, dass Kurier-Boss Thomas Kralinger sich zuerst einmal auf die Ost-Region konzentrieren will.

Aber auch inhaltlich will sich Kralinger von den Fellners unterscheiden. Konkret: mehr Regionalität. Die News sollen durch Berichterstattung aus den Regionen ergänzt werden. Angesprochen werden sollen damit die regionalen Betriebe, die so vielleicht ins TV geholt werden können.

Für die Verlagshäuser geht es allerdings um mehr. Gedrucktes alleine macht heute kein Kraut mehr fett. Die Werbeeinnahmen sinken, die Leser schwinden. Und die, die bleiben, werden immer älter. Klar, dass die Print-Zampanos bemüht sind, ihren Content auf allen Kanälen zu verbreiten. Bewegtbild hat dabei an Bedeutung gewonnen. Immerhin fließen hier noch die Werbegelder. Und – für die Fellners laut eigenen Aussagen der Beweggrund, ihren Kanal zu eröffnen – Bewegtbild lässt sich auch online verwerten. Auf Pre-Rolls stürzen sich die Werbetreibenden noch. Und jede Sendung kann in x Beiträge zerschnitten werden. Der Kurier geht dieses Feld derzeit noch ruhiger an. Dort sind die Videos noch nicht so leicht zu finden.

Ein weiteres „Abfallprodukt“ des Engagements der Verlagshäuser: Für TV-Aktivitäten können sie auch einiges an Förderungen kassieren. Bei oe24.TV waren das 2017 immerhin insgesamt etwas über eine Mio. Euro. Aufgegliedert in 990.000 für die News-Sendungen, 7.000 Euro fürs Sprechtraining und 21.000 für Reichweitenerhebung und Marktpositionierung. Zum Vergleich: ATV kommt auf 1,5 Mio. Euro, Puls 4 auf 1,7. Auch hier hat der Kurier übrigens noch Aufholbedarf. Für SchauTV gab es gerade einmal 200.000 Euro. Unter neuem Dach mit neuer Struktur kann’s aber im nächsten Jahr schon wesentlich mehr sein.

Bildcredit: Christian Berger