Weibliche Perspektiven

 

Worum geht es eigentlich in diesem Leben? Über 100 Top-Frauen aus der Kommunikationsbranche, aber auch aus Politik, Wirtschaft und Kultur geben ihre Antworten: Profund, professionell und oft sehr persönlich.

 

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Weibliche Perspektiven

Worum geht es eigentlich in diesem Leben? Über 100 Top-Frauen aus der Kommunikationsbranche, aber auch aus Politik, Wirtschaft und Kultur geben ihre Antworten: Profund, professionell und oft sehr persönlich.


Zukunftsorientiert

Cornelia Absenger

Vorsitzende der Geschäftsführung Fellner Medien

 

Angesprochen auf ihren beruflichen Werdegang, entgegnet Cornelia Absenger: „Wen kümmert die Vergangenheit? Gegenwart und die Zukunft von Chancen sind wichtig.“ Ihr Credo: Österreich wird wachsen. Zur derzeitigen Wirtschaftslage bemerkt sie: „Viele Branchen sind im Umbruch – ganz besonders die Medienbranche. Man muss sich selbst treu bleiben, Visionen und Strategien nicht nur auf dem Papier zeichnen, sondern sie in die Tat umsetzen.“ Als Gesetz des Seins hat sie erkannt: „Alle wichtigen Dinge im Leben haben eines gemeinsam: sie haben überhaupt nichts mit Geld zu tun.“

 

Stabile Beziehungen

Gabriele Susanne Ambros

GF Bohmann Druck und Verlag

 

„Ich hatte das Glück, vor sechs Jahren gemeinsam mit meinem Kollegen Gerhard Milletich ein stabiles Unternehmen zu kaufen. Dadurch konnten wir unsere eigene Strategie verfolgen und waren nicht mehr auf Konzernrichtlinien angewiesen. Wir beschäftigen uns derzeit intensiv mit digitalen Medien und Online-Innovationen. Dort sehen wir auch unsere Zukunft“, erklärt Gabriele Susanne Ambros, die auch die Funktion als Präsidentin der Forschung Austria innehat. Gerade um die freie Marktwirtschaft zu schützen, brauche es Regulative, so Ambros zur Wirtschaftlage, vor allem der wichtigste Nerv der Wirtschaft – das Banken- und Währungssystem – müsse dem Zugriff gewiefter Spekulanten entzogen werden. „Das Wichtigste sind stabile persönliche Beziehungen.“, meint sie grundsätzlich: „Und nur das zu tun, das man wirklich tun will. Sich nicht total fremdbestimmen lassen. Und das Denken nicht durch Stress einzuengen.“

 

Kämpferisch

Andrea Balogh

Marketingleiterin PENNY

 

„Als Markt für preisbewusste KundInnen, die sich mit dem Preis-Argument alleine nicht zufrieden geben, setzt PENNY neue Maßstäbe im Diskont-Bereich und überrascht seine KundInnen laufend mit neuen Ideen. Mit der witzigen PENNY Preiskampftruppe und dem Slogan ‚Kampf dem Preis’ konnten wir das in den letzten Jahren immer wieder bekräftigen. Die Truppe ist frech, immer ‚gut drauf’, ein bisschen verrückt, gibt alles, damit das Leben billiger wird, und gewinnt jeden Preiskampf zugunsten der KundInnen“, erklärt Andrea Balogh und fügt hinzu: „Auch unsere PENNY Eigenmarken erheben stets diesen Anspruch. Mir persönlich geht es im Leben generell darum Werte zu generieren, die Welt zu bereichern. Sei es bei meiner Arbeit – mit witziger und informativer Werbung und der Vermarktung unserer qualitativ hochwertigen Eigenmarkenprodukte, zu einem für Jeden leistbaren Preis – als auch privat durch Gefühle, Hilfestellung und Empathie für meine Mitmenschen. Mein berufliches Ziel ist es auch weiterhin mit Einfallsreichtum und Innovationsstärke unsere KundInnen regelmäßig aufs Neue zu überraschen.“

 

Mit einem Hauch Zynismus

Claudia Bandion-Ortner

Justizministerin

 

Die zukünftigen Arbeitsschwerpunkte von Bandion-Ortner sind vielschichtig: „Die internationale Verflechtung stellt den Rechtsstaat vor neue Herausforderungen. Sie hat zu einer neuen Dimension von Kriminalität geführt. Komplexe Schadenersatzprozesse von Anlegern, die Gelder verloren haben, langwierige Wirtschaftstrafverfahren, die Auswirkungen auf viele Menschen haben, haarsträubende Scheidungsprozesse, oftmals verbunden mit Obsorge und Besuchsrechtsstreitigkeiten, die auf dem Rücken der Kinder ausgetragen werden, sind keine Seltenheit mehr. Die Stärke der Justiz muss daher in einer stärkeren Spezialisierung und dadurch effizienteren Bearbeitung von Großverfahren liegen. Aus meiner langjährigen Erfahrung als Richterin weiß ich, wo Veränderungsbedarf besteht. Strukturelle Änderungen, wie der Ausbau der Zusammenarbeit mit Experten, die Einrichtung von Spezialeinheiten für Wirtschaftstrafsachen oder verstärkte praxisbezogene Ausbildung sind bereits im Laufen. Der internationale Vergleich zeigt, dass sich Österreich keineswegs verstecken muss. Unsere Justiz zeichnet sich durch kurze Erledigungszeiten, geringen Budgetaufwand und umfassenden Opferschutz aus. International haben wir ein gutes Standing. National bin ich der Ansicht, dass wir wieder mehr Vertrauen in den Rechtsstaat und mehr Zurückhaltung brauchen. Vorverurteilungen ohne wirkliche Kenntnis des Sachverhalts stehen auf der Tagesordnung. Populismus ist zunehmend im Vormarsch. Daher sei eines in aller Deutlichkeit gesagt: Die Justiz agiert ohne Ansehen oder Stellung der betroffenen Personen, denn Gerechtigkeit orientiert sich nicht an Sympathien, Ideologien oder an Gefühlen, sondern ausschließlich an den Gesetzen. Dafür sorgt nicht zuletzt ein dichtes Netz an Kontrolle und möglichen Rechtsmitteln. Nicht jedes Verhalten, das moralisch bedenklich ist, ist automatisch auch strafbar. In Zeiten budgetärer Knappheit müssen auch wir den Gürtel enger schnallen. Hinzu kommt, dass die Wirtschaftskrise eine zunehmende Belastung der Gerichte erwarten lässt. Dennoch ist mein Blick in die Zukunft für die Justiz ein optimistischer, wenn wir uns nicht auf den Lorbeeren der Vergangenheit ausruhen, sondern intensiv an Reformen für die Zukunft arbeiten.“ Und worum geht es in diesem Leben? „Ich würde sagen um Glück und Zufriedenheit mit dem, was man tut und was man erreicht hat. Das Leben ist eine ständige Herausforderung. Diese gilt es, mit all seinen Höhen und Tiefen anzunehmen und mit Optimismus und einem Hauch Zynismus zu meistern. Ich bin davon überzeugt, dass, wer etwas wirklich will, es auch erreichen kann. Ich betrachte es als größtes Glück meines Lebens, nicht nur früh herausgefunden zu haben, was mich begeistert, und wofür ich mich interessiere, sondern auch die Menschen gefunden zu haben, die mir helfen, meine Vision zu verwirklichen“, antwortet die Justizministerin.

 

Bundesweit werden

Aline Basel

GF Radio Energy

 

„Ich will in den nächsten Jahren diesen Sender bundesweit machen. Ob das realistisch ist oder nicht, sei dahingestellt. Für die Geschäftsführerin eines Senders in drei Sendegebieten muss das die Zukunftsperspektive sein“, gibt sich Aline Basel überzeugt. Auf diesem Weg gibt es ups und downs: „Tiefpunkte sind immer, wenn ich mich um Lizenzen bewerbe und keine bekomme. Unfassbare Momente gab es hingegen beim Radiotest, wo unsere Ergebnisse für Salzburg und Innsbruck herausgekommen sind. Hier haben wir als Privatradio sowohl in Innsbruck nach einem Jahr als auch in Salzburg nach einem halben Jahr Geschichte geschrieben: Noch nie hat ein Neueinsteiger in Österreich von null auf 8 Prozent Marktanteil* (Salzburg) und von null auf 10,7 Prozent Tagesreichweite* (Innsbruck) erreicht. Aufgrund der Tatsache, dass wir ein französischer Konzern sind, sind wir auch auf uns gestellt, was ‚Medienfreundschaften‘ anbelangt. Wir haben keine Mediaprint im Hintergrund, wir sind kein politisch verwurzeltes Radio. Daher war es besonders schön, dass über uns in den Medien ausführlich berichtet wurde: Der Einstieg in die Regionalmärkte Salzburg und Innsbruck war tatsächlich geschichtsträchtig.“ Und wie sieht die Lebenseinstellung der Aline Basel aus? „Ich will mein Kind und meine Karriere so vereinen, dass mir beides gelingt. Zum jetzigen Zeitpunkt habe ich tatsächlich das Ziel, dass alles so bleibt wie es ist. Im Leben geht es darum, dass man von allem, was man tut, überzeugt ist, dass man das Richtige tut“, lautet ihre Antwort. *Quelle: GfK Austria, Radiotest 2. Halbjahr 2009, Zielgruppe 14-49, Zahlen für Innsbruck Stadt und Salzburg Stadt.

 

Erfolgreich

Sabine Bauer

CSO Geschäftsführerin Sales und Customer Care Orange Austria

 

Orange konnte im letzten Jahr viele Erfolge verbuchen, wie Sabine Bauer aufzählt: mehr als 130.000 Orange Apple iPhone Nutzer, Orange Netz erhielt beim Netzwerktest der deutschen Fachzeitschrift Connect die Note „sehr gut“, als erster Betreiber bot Orange Tarife mit inkludierten Roamingminuten u.v.m. Als Zukunftsperspektive definiert sie: „Orange strebt ein quantitatives und qualitatives Wachstum mit stabilem Ergebnis an. Und die Mitarbeiterzahl soll auch 2010 stabil bleiben.“ Zur Wirtschaftslage meint sie: „Die vergangenen Monate haben gezeigt, dass Bäume nicht in den Himmel wachsen. Die Auswirkungen der Krise in der Finanzwirtschaft und damit auch rückkoppelnd auf die Realwirtschaft werden noch längere Zeit andauern.“ Ihr Motto lautet: Das Leben zu genießen, und dieses Lebensgefühl an andere weiterzugeben.

 

Potenzial für Veränderung

Claudia Belina

Geschäftsführung der  Megaboard Soravia

 

Als Neuheiten von Megaboard präsentiert Claudia Belina: „Ein Höhepunkt war sicher der Start der Zusammenarbeit mit der ARGE Autobahnwerbung und die Erweiterung der Geschäftsführung um Robert Pfleger. Der Zusammenschluss hat auch eine Erweiterung unseres Produktportfolios mit sich gebracht. Als einziger Außenwerber bietet Megaboard exklusiv Brandboards an. Mit Brandboard machen wir die Rückseiten von Geisterfahrer-Warntafeln zu Werbeflächen und ermöglichen unseren Kunden damit eine konkurrenzlose Präsenz. Das Produkt ist spannend und findet enormen Anklang bei unseren Kunden.“ Für die Privatperson Claudia Belina gilt: „Mir wird immer wieder attestiert, dass ich ein positiver, offener und spontaner Mensch bin – das möchte ich bleiben und auch weiterhin fröhlich, glücklich und gesund leben. Zeit mit den Menschen verbringen, die mir wichtig sind. Reisen, noch viel von der Welt sehen, noch viel erleben! Und mir vielleicht noch ein bisschen mehr Zeit für Sport nehmen, dazu fehlt mir manchmal die Konsequenz. Wer zu intensiv nach einem Sinn sucht, verpasst möglicherweise das eigene Leben. Wichtig ist, glücklich zu sein und andere Menschen glücklich zu machen. Das Leben ist da, um gelebt zu werden.“

 

Bewegte Zeiten

Elisabeth Berger

Leiterin Kommunikation Moser Holding

 

„Begonnen hat meine PR-Laufbahn als Presseverantwortliche für den Pavillion der Region Tirol auf der EXPO 2000 in Hannover. Per Zufall kam ich nach dem Studium in die Öffentlichkeitsabteilung des Amtes der Tiroler Landesregierung und wurde nach einigen Monaten Pressesprecherin des damaligen Landesrats, jetzigen Tiroler Landeshauptmanns Günther Platter. Mit ihm ging ich 2003 als Ministersprecherin ins Verteidigungsministerium. Nach einer einjährigen Babypause kam ich Anfang 2007 zurück ins Berufsleben, damals in das Kabinett des Innenministers Platter. Es zog mich wieder nach Tirol – seit März 2008 bin ich Unternehmenssprecherin der Moser Holding mit Sitz in Innsbruck“, erzählt Elisabeth Berger und fügt hinzu: „Hinter uns liegen bewegte Zeiten und kommunikative Herausforderungen – die können, wenn es nach mir geht, nicht knifflig genug sein. Schwierig ist es nur dann, wenn es um das Schicksal von Menschen geht. Wenn Kündigungen ausgesprochen werden mussten – das ging nahe.“ Sie will weiterhin mit ganzem Herzen Familie und Job leben und verbinden – zur Zufriedenheit des jeweiligen Umfeldes  und vor allem zur eigenen Zufriedenheit. Ein mit einem Lächeln verbundenes Lebensmotto lautet: Brav sein fürs gute Karma beim nächsten Mal.

 

Neukundengewinnung

Birgit Bernhard

Head of Accounts, Welldone, Werbung und PR

 

Birgit Bernhard bilanziert das letzte Jahr: „Glücklicherweise gab es keine wirklichen Tiefpunkte, sondern beruflich und privat viele positive Momente. Wir haben neue Kunden dazu gewonnen und bestehende Kunden haben bei neuen Kampagnen erneut auf unsere Kreativität und unsere Betreuung gesetzt. Es ist uns trotz wachsender Internationalisierung der Kampagnen im Gesundheitsbereich gelungen, im Rahmen der Möglichkeiten kreative Maßnahmen umzusetzen. Das alles ist eine sehr schöne Bestätigung, dass unser Weg ein richtiger ist und, dass das gesamte Welldone-Team hervorragende Arbeit leistet. Ein sehr schöner privater Moment war meine Hochzeit vergangenen Sommer.“ Und zuversichtlich blickt sie in die Zukunft: „Die Wurzeln der Welldone liegen darin, für die Gesundheitsbranche zu werben und im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit tätig zu sein. Das soll auch so bleiben. Der Aufbau eines weiteren Standbeins, abseits des Gesundheitsbereichs, wurde jedoch vor einiger Zeit in Angriff genommen. Es kann positiv resümiert werden: Wir zählen mittlerweile unter anderem SKRIBO und Henkel Central Eastern Europe Gesellschaft mbH. (Trade Marketing und Laundry & Home Care) zu unseren Kunden. Die Neukundengewinnung außerhalb der Gesundheitsbranche wird in Zukunft weiter intensiv verfolgt.“ Der Fokus ihres Lebens: „In diesem Leben geht es darum, mit Freude und Überzeugung Beruf und Privates zu leben und zu erleben. Es geht darum, beides genießen zu können – jedes zu seiner Zeit. Es geht darum, dass bei allem Tun immer auch das Herz dabei ist. Es geht darum Erfolge zu genießen, und gleichzeitig dankbar dafür zu sein.“

 

Der Liebe wegen

Eva Bernreiter

Senior Consultant PKP BBDO

 

„Seit Sommer 2009 gibt es PKP BBDO. Das war das Highlight schlechthin für mich. Ich lebe ‚My Passion for Brandship‘. Bewegte Märkte und neue Kanäle fordern Lernbereitschaft, Flexibilität und auch Dynamik. Voll Passion suche ich mit meinen Kunden neue Möglichkeiten, und – unterstützt durch ein professionelles Team – erarbeiten wir gemeinsam neue zeitgemäße bedürfnisorientierte Kommunikation. Die Arbeit im weltweiten Network von PKP BBDO lässt die große Welt für mich klein werden, vermittelt unmittelbar internationale Trends und fordert mich und unsere Kreativität“, begeistert sich Eva Bernreiter, obwohl sie auch eingesteht: „Die wirtschaftliche Situation kann man nicht ‚Schönreden‘. Man kann nur in seinem Bereich reagieren. Am besten rechtzeitig. Ich denke unsere Umstrukturierungsmaßnahmen waren rechtzeitig – die Entwicklung gibt uns recht.“ Und worum geht in diesem Leben? „Um Liebe. Und um sonst gar nichts. Liebe geben und empfangen. Geistige und körperliche Liebe. Liebe zu Menschen, Dingen und Taten“, so ihre präzise Antwort.

 

Mit Respekt

Stefanie Bleil

Sales Managerin ServusTV

 

„Ich hoffe, dass wir als Team gemeinsam ServusTV zu dem Erfolg führen, der dem Sender gebührt und damit der Fernsehunterhaltung wieder ein Stück mehr Qualität geben können“, so die Zukunftsperspektive der Stefanie Bleil. Kritisch äußert sie sich zur Situation in Politik und Wirtschaft: „Ich finde es erschreckend, wie kurzfristig, wenig umsichtig und egoistisch Menschen handeln und damit nicht in erster Linie ihr eigenes – doch meist recht komfortables – Umfeld gefährden, sondern vor allem das ihrer Mitmenschen. Ich denke, dass die derzeit instabile wirtschaftliche Situation nur durch ein generelles Umdenken aller Beteiligten gefestigt werden kann. Dies gilt vor allem auch für die Politik. Viele Politiker sollten sich ihrer Verantwortung bewusst werden, die sie der Bevölkerung gegenüber haben. Das bedeutet eventuell, unbequeme Entscheidungen treffen zu müssen.“ Entscheidend in diesem Leben sei, so Bleil, Respekt vor sich selber, den  Mitmenschen, der Umwelt und Natur und folgenden Generationen.

 

Klima-Schützerin

Doris Bures

Verkehrsministerin

 

„Mit Konjunkturpaketen im richtigen Ausmaß und zur richtigen Zeit hat Österreich besser reagiert als andere Länder. Das zeigt sich u.a. darin, dass wir uns bei der Arbeitslosigkeit im internationalen Ranking von Platz vier auf Platz zwei verbessert haben und unsere Wirtschaft schneller wieder aus der Rezession herauszukommen scheint als in anderen Ländern. Diesen Vorsprung dürfen wir jetzt nicht durch falsche Schritte, wie zum Beispiel neue Massensteuern, aufs Spiel setzen“, erläutert Doris Bures. Zu ihrer Zukunftsperspektive meint sie: „Ein konkretes Beispiel aus meinem Ressort, das zentrale Thema Klimaschutz betreffend: Mit den Investitionen in die Schiene auf der einen Seite und den gezielten Förderungen alternativer Antriebssysteme wie die Elektro-Mobilität auf der anderen Seite legen wir heute wichtige Grundsteine für eine umweltfreundliche Mobilität der Zukunft.“ Zu ihren privaten Zielen und Einstellungen verrät Bures: „Auch auf die Gefahr hin, dass es abgedroschen klingt: Gesund zu bleiben und zufrieden zu sein. Und die Zeit, die ich für mich habe, genießen zu können. Leben heißt für mich aus der Vergangenheit zu lernen, die Gegenwart positiv zu gestalten, damit die Zukunft eine gute wird.“

 

Wachstumsprognose

Eva Buzzi

GF Rail Tours

 

„Die Buchungszurückhaltung, ausgelöst durch politische und wirtschaftliche Unsicherheiten, ist im touristischen Marktsegment nach wie vor spürbar. Unsere Gäste tendieren zu immer späterem Buchen. Zu unserer Freude entschließen sie sich aber dann doch meistens zu einer Bahnstädtereise mit Rail Tours. Rail Tours wird auch für das Jahr 2010 mit einem deutlichen Plus sowohl für Umsatz als auch Passagiere abschneiden“, bilanziert Eva Buzzi und fügt hinzu: „Wir sind überzeugt, dass das Segment Städtereisen mit der Bahn in Zukunft an Marktanteilen gewinnen wird. Somit stehen alle unsere Prognosen als auch Bestrebungen auf Wachstum.“ Gesundheit und Lebensfreude sind ihre privaten Ziele, denn alles andere fände sich von selbst.

 

Chancen nutzen

Mary Ciochirca

Werbeleitung kika Österreich

 

Bevor Mary Ciochirca im Februar 2010 die Position als Werbeleiterin kika Österreich übernahm, war sie dreieinhalb Jahre als Gruppenleiterin im Bereich Werbung CEE bei bauMax AG tätig. Zu ihrer neuen Position erklärt sie: „Wesentlich ist es, Trends zu erkennen, Kreativität verstärkt und richtig einzusetzen, und innovative Strategien zu entwickeln. Kurz: Chancen erkennen und nutzen. Deshalb versuche ich in meiner neuen Aufgabe als Werbeleiterin kika nachhaltige Strategien zu verfolgen, die Ziele nicht nur kurzfristig erreichen sollen, sondern langfristig Wirkung zeigen: zum Beispiel die Marke kika in Österreich und auch in CEE verstärkt zu etablieren. Ein Blick auf ein rotes Sofa soll sofort die Assoziation mit kika hervorrufen – kika: Top in mind. Zudem soll die Marke kika weiterhin als Nr. 1 bei Wohnideen für ein schöneres und individuelles Leben stehen. Eine Weiterentwicklung des schon bewährten Prinzips ‚Alles aus einer Hand‘ und ‚Wohnen für alle‘ sehe ich ebenso als wesentliche Aufgabe in meinem Tätigkeitsbereich.“ Ihre Lebenseinstellung lässt sich für Mary Ciochirca am besten mit einem Zitat beschreiben: „Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Jahren mehr Leben zu geben.“ (Alexis Carrel)

 

Moral & Ethik

Elisabeth Dal-Bianco (vorm. Stöcher)

Senior Manager, Public Affairs, Pfizer Austria

 

„Die wichtigsten Stationen meiner Karriere sind ein Praktikum im Europäischen Parlament in Brüssel, der Einstieg in die pharmazeutische Industrie als Assistent Worldwide Communications Europe und schließlich meine Position als Senior Manager bei Pfizer Österreich, verantwortlich für Pressearbeit, externe Kommunikation und Corporate Responsibility, wo ich unter anderem lokale Initiativen wie die Pfizer Corporate Volunteering Days ins Leben rufen und implementieren durfte“, resümiert Elisabeth Dal-Bianco und ergänzt: „Ein Highlight war sicherlich der erfolgreiche Merger mit Wyeth, den ich kommunikativ für Österreich begleiten durfte und der Pfizer Austria zu einem der am breitesten aufgestellten Unternehmen der Pharmabranche macht.“ Die Wirtschafts- und Finanzkrise zeigt ihr deutlich, dass es für Unternehmen wichtiger denn je ist, moralische, ethische Verhaltensweisen zu leben. Daraus folgert sie: „Ich bin daher stolz, im Bereich CR für Pfizer Österreich – beispielsweise durch die Teilnahme am UN Global Compact – etwas dazu beitragen zu können.“ Auch privat gibt es ein diesbezügliches Ziel für Dal-Bianco: „Mein Patenkind in Uganda zu unterstützen und Freunde, Bekannte und eventuell Geschäftspartner zu motivieren, sich dem Projekt anzuschließen.“

 

Positiv denken

Eva Dichand

Herausgeberin ‚Heute‘

 

„Im Dezember 2009 wurde unsere Tochter Anabelle geboren. Und HEUTE entwickelt sich auch prächtig: Die MA-Ergebnisse 2009 bestätigten uns einen kontinuierlichen Aufwärtstrend. Mit 712.000 Lesern in Wien, Niederösterreich und Oberösterreich haben wir stark zugelegt und unsere Spitzenposition weiter gefestigt. Mit 35,9 % Reichweite in Wien – mehr als eine halbe Million Leser täglich – und dem 1. Platz bei den jungen Lesern in Wien gehören wir im Osten Österreichs zu den Top-Printmedien mit großer Reichweite“, berichtet Eva Dichand. Ihre Lebensmaxime: Immer positiv denken und das in positive Energie umsetzen.

 

Balance halten

Marie-Luise Dietrich

PR & Kommunikationsleitung Hermann Pfanner Getränke

 

„Wir wollen ein international agierendes Familienunternehmen auch in Zukunft bleiben, ein gesundes Wachstum verfolgen, das Auge und das Ohr am Markt haben … und ich kann dabei mitgestalten“, merkt Marie-Luise Dietrich an und erinnert sich: „Letztes Jahr gab es viele Höhepunkte: erfolgreiche Produktinnovationen, wichtige unternehmerische, strategische Entscheidungen, Events und Veranstaltungen …“ Ihr Ziel  ist es, Beruf, Berufung und Familie mit drei Söhnen in Balance zu halten.

 

Farbe bekennen

Brigitte Ederer

Vorstand der Siemens AG in München

 

„Eine neue, herausfordernde Station meines Lebensweges wird meine Funktion im Vorstand der Siemens AG in München sein, wo ich mit der Verantwortung des Personalressorts und der Betreuung der Region Europa beauftragt sein werde. Insgesamt werde ich für über 400.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weltweit verantwortlich sein. Zusätzlich übernehme ich den Aufsichtsratsvorsitz der Siemens AG Österreich und bleibe also in Zukunft nicht nur privat, sondern auch in meiner Funktion mit meiner Heimat verbunden“, verspricht Brigitte Ederer und meint: „Die Talsohle der Krise ist hoffentlich überstanden. Aber auch in den letzten Wochen hat sich gezeigt, dass die Welt um uns einem permanenten Wandel unterliegt. Die Realwirtschaft und ein weltweit agierender Konzern wie Siemens zeigt sich robust und stark, was unsere operative Kraft zeigt. Aus diesem Grunde haben wir auch für dieses Jahr verkündet, dass wir ein Rekordergebnis erwarten. Mit Wolfgang Hesoun als zukünftigen Vorstandsvorsitzenden der Siemens AG Österreich freue ich mich sehr, meinen bisherigen Verantwortungsbereich in engagierte und qualifizierte Hände zu übergeben und ich bin überzeugt, dass Siemens Österreich erfolgreiche Jahre bevorstehen.“ Privat achtet sie darauf, sich in regelmäßigen Abständen einen Moment der ‚Entschleunigung‘ zu gönnen. Das sei wichtig, um den täglichen beruflichen Herausforderungen wieder fit und vital entgegentreten zu können, so Ederer: Am besten gelinge ihr das z.B. beim Lesen oder wenn sie ein spannendes Fußballspiel verfolgen könne. Das Eigentliche in diesem Leben ist für Brigitte Ederer: „In meinem beruflichen und privaten Werdegang ging es oftmals darum, in gewissen Momenten den Mut zu haben, Entscheidungen zu treffen, Stellung zu beziehen und diese im Diskurs zu rechtfertigen oder mithilfe von Kritik zu optimieren. Diese Haltung ist auch privat notwendig. Mit Authen–tizität, Lernbereitschaft, Neugierde und dem Mut, Farbe zu bekennen, ist man auf dem besten Weg, die persönlichen Lebensziele zu verwirklichen.“

 

Lohnende Ankunft

Petra Engl-Wurzer

Director of PR Starwood Hotels & Resorts Österreich

 

„Die Eröffnung der Sheraton Hotels in Prag, Bratislava und Batumi / Georgien war sicherlich ein Highlight, ebenso der erfolgreiche Abschluss der 5-Millionen-Renovierung im Hotel Bristol mit einem fulminanten Open-House. Die wirtschaftliche Situation hat die Stimmung selbstredend im letzten Jahr sehr gedämpft, zumal die Auswirkungen noch nicht absehbar waren“, räumt Petra Engl-Wurzer ein, ergänzt aber: „Der Tourismus verzeichnet nach dem schwierigen Jahr 2009 eine deutliche Verbesserung. Es wird vermutlich noch zwei Jahre dauern, bis sich die Branche soweit erholt hat, dass etwa in Wien die Buchungszahlen von 2006/2007 erreicht werden. Doch wir sind sehr optimistisch.“ Bezugnehmend auf den deutschen Schriftsteller Hermann Löns, der vor rund hundert Jahren schrieb: „Zukünftig wird es nicht mehr darauf ankommen, dass wir überall hinfahren können, sondern, ob es sich lohnt, dort anzukommen“, sagt Petra Engl-Wurzer: „Wir arbeiten weiter daran, dass sich das Ankommen für unsere Gäste in mehr als 1.000 Starwood Hotels & Resorts weltweit lohnt.“ Privat wünscht sie sich Glück und Gesundheit, Raum für Kreativität und Ideen – und vor allem Zeit für ihre kleine Tochter. Ihr Lebensmotto: Zufrieden sein, aber sich nicht zufrieden geben.

 

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Bild: iStock

 

 

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