Der unsägliche Staatsoperndirektor, der noch in den letzten Tagen seiner Tätigkeit den Opernball abschaffen will (Holender dazu: „Das habe ich so nie gesagt“), indem er den Opernball in die Hofburg verlegen wollte, hat eine Vielzahl von Kritikern auf den Plan gerufen.
Selbst Bundespräsident Fischer meinte, das wäre nicht mehr der Opernball, wenn er in der Hofburg übersiedelte, weil dort bereits zwanzig andere Bälle stattfänden und sohin der Opernball verwechselbar würde.
Doch auch die Sangesdarbietungen des abfliegenden Holender lösten nicht gerade Jubel und Begeisterung bei den Zusehern aus. Und schlussendlich hat der Mann, der noch vor wenigen Jahren forderte, dass die Plätze beim Einzug des Jungdamen- und Jungherrenkomitees ausgelost werden sollten, immerhin den eigenen Sohn in die zweite Reihe platziert. Ausgelost? Das Glas Wein bei seiner Gesangsdarbietung schlussendlich wurde ihm von seiner Enkelin dargereicht, die er auch mit Namensnennung präsentierte.
So einer, der sich selber medienwirksam darstellt, muss eine eigene Fernsehsendung bekommen – dachten zumindest die Sendeverantwortlichen von ATV. Und so wundert es nicht, dass der bescheidene Herr Holender zur Zeit für Pilotsendungen in Sachen einer eigenen ATV-Serie vor die Kamera tritt. Dann ist nämlich gewährleistet, dass er auch nach dem Abgang von der Staatsoper regelmäßig sein Publikum hat, wo er sich wirksam selbstdarstellen kann.