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ORF-GD Wrabetz: „Müssen 50 Millionen einsparen.“

So wie allen in der Kommunikationsbranche, steht auch ORF GD Alexander Wrabetz kein besonders leichtes Jahr bevor.


Nach der angekündigten Reduktion der ORF Werbepreise um bis zu 15 Prozent, die von den Mediaagenturen und Agenturen mit gedämpftem Optimismus, gedämpfter Zustimmung und dem Kommentar: „Mal sehen, ob das reicht…“ – aufgenommen wurde, stehen auch im ORF in Zeiten der Wirtschaftskrise die Zeichen auf Sparen.

 

ExtraDienst bringt zu diesen Themen in der jüngst erschienenen Ausgabe ein Interview mit ORF Marketingchef Pius Strobl. Jenem Mann, der jüngst starke Aufwertung erfuhr. Im Leitartikel zeigt Verleger Christian W. Mucha, was die verfehlte Preispolitik der Branche – alle Tarife zu drücken, und den ORF damit noch weiter nach  unten zu zwingen – für verheerende Folgewirkungen (auch im Printbereich) zeitigen könnte.

 

Zurück zu Wrabetz: Wo er denn sparen wolle? Überall, meint der Generaldirektor. Allerdings seien die 50 Millionen Euro nicht so ein Drama, wie manche im Haus befürchten. Wrabetz: „Rechnet man den Gesamthaushalt des ORF, dann disponieren wir auch im nächsten Jahr über rund eine Milliarde Euro. Die 50 Millionen sind sohin nur 5 Prozent des Gesamthaushaltes. Da bleibt schon noch genügend Geld, um sich bewegen und gutes Programm machen zu können.“

 

Dieser Tage hat sich Wrabetz die Refundierung der Gebührenbefreiung von der neuen Regierung gewünscht. Ein Wunsch, der dem ORF 57 Millionen Euro bringen soll. ED dürfe dies ruhig schreiben – so Wrabetz. Auch, dass er daran arbeite, nunmehr seine Hausaufgaben – angesichts der neuen Regierungsbildung – zu erledigen. Was nötig sei, um an die 57 Millionen zu kommen? Wrabetz: „Sicher ein nachhaltiges Reduktionskonzept, das rund und stimmig ist. Ein solches bereiten wir vor und dann sehe ich durchaus gute Chancen, dass wir die Gebührenbefreiung refundiert bekommen.“

 

Nicht nachdenken will der ORF-General über Frühstücks-TV. Auch wenn ihm von allen Seiten zugetragen werde, dass das – was sein Mini-Konkurrent Puls TV auf die Beine gestellt hat – sehr sauber sei und Spaß mache. Wrabetz: „Wenn Sie 10 Prozent Marktanteil am Morgen dazugewinnen, dann ergibt das 1 Prozent Reichweite mehr im Tagesschnitt. Diese Zahl ist in der Relation zu den entstehenden Kosten für Frühstücksfernsehen so marginal, dass wir darüber zwar nachgedacht und ein entsprechendes Szenario geprüft haben. Jedoch in der näheren Zukunft nichts Derartiges planen.“

 

Wrabetz räumt ein, dass man in der Frühschiene 3 – 4 Prozent Reichweite an andere Sender verloren habe. Und zeigt sich amüsiert, dass ein Löwenanteil davon an VOX gegangen sei. Was haben die gemacht? Kurzerhand Serien in die Morgenleiste gesetzt...

 

Bild: Archiv

 

 

 

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Kommentare:
 
07-11-08 09:46
watch_it

"der mann, der jüngst eine starke aufwertung erfuhr..." ist doch eine niedliche untertreibung. strobl hält als schatten-gd am kü'berg wrabetz definitiv den rücken frei. sozusagen der mann fürs grobe. gestählt durch gendarmerie, gastronomie und politik. ein tandem, das sich super ergänzt. ein wirkliches problem hat der orf in der programmierung. lorenz mag alles sein, künstler, denker, kreativer - nur kein programmdirektor. aktueller fehler: den kids bei starmania eine inzwischen auch stark in die jahre gekommene jungmutti als moderatorin vorzusetzen. und gregory ist für die zielgruppe ein komisch wirkender dino aus einem anderen jahrhundert. höchste zeit, dass es auf dem kü'berg einen change gibt. dass man endlich aufhört die inzucht bis zur kompletten retardierung zu treiben.
11-11-08 20:07
flieger

„Gutes Programm machen können“ ist gut. Da fehlen nicht 50 Mio. Euro, da fehlt ein guter Programmdirektor. Lorenz ist das definitiv nicht. Apropos Sparprogramm: Wie wäre es, endlich mal über die 9 Landesstudios nachzudenken? Fast hätt´ ich vergessen, die Landeshäuptlinge haben was dagegen. Dann sollen halt die die 50 Mio. springen lassen.
12-11-08 15:29
scoop

uuups - für den gd könnte es eng werden. wie man hört, fordert die övp sühne und rache für den seinerzeitigen regenbogencoup. und wäre auch bereit einen sp-nahen kandidaten zu inthronisieren... (wieder mal wird u.a. der hansi mahr aus dem hut gezaubert und die ganz verwegenen spekulieren gar mit einem comeback von zeiler). argumentativ pfeift der rückenwind ja derzeit ganz gewaltig – 100 millionen miese im nächsten jahr – trotz durchgeboxter gebührenerhöhung. das fähnchen in den küniglberger changewind hängt detto die filmwirtschaft. da könnte sich eine schneeballartige eigendynamik entwickeln ...
14-11-08 11:20
norman63

und vielleicht sollte ein öffentlich-rechtlicher wieder seinem sinngemäßen zweck, des öffentlich rechtlichen fernsehens nachgehen. ard / zdf sind gute beispiele.